CVHM Mülheim - Christlicher Verein Junger Menschen

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An(ge)dacht

In der Welt habt ihr Angst, aber seid  getrost, ich habe die Welt überwunden.

 

Es ist der 14. April 2020. Morgen ist Redaktionsschluss für den Anzeiger, den du gerade in den Händen hältst. In ca. zwei Wochen kommen die Anzeiger dann frisch aus der Druckerei und werden verteilt. Eine Andacht schreiben für in zwei Wochen … Das ist eigentlich gar kein Problem.

Man weiß ja ungefähr, was gerade los ist, welche Events in den nächsten Wochen stattfinden werden und welche Entscheidungen (auch auf politischer Ebene) anstehen.

Heute sitze ich allerdings auf meinem Sofa und ich weiß gar nicht, was ich dir erzählen soll.

Ich würde sehr gerne schreiben, wie schön es ist, dass wir uns seit einer Woche endlich wiedersehen können und wie toll es war, dich mal wieder in den Arm zu nehmen. Aber ich weiß nicht, ob das geht. Natürlich konnte ich noch nie in die Zukunft schauen, aber gerade habe ich das Gefühl, ich kann dir noch nicht einmal erzählen, was übermorgen sein wird. Können unsere Gruppen wieder stattfinden ?  Ist die Offene Tür tatsächlich wieder offen, wenn diese Andacht erscheint ? Ich weiß es nicht.

Mir geht eine Liedzeile von Silbermond durch den Kopf:  „Gib mir ´n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt in der nichts sicher scheint.“ Eine Welt in der nichts sicher scheint … Ich bin 1997 geboren.Nie in meinem Leben habe ich mir jemals vorstellen können, dass ich so eine Welt einmal kennenlernen würde. Was ist denn gerade noch sicher ? Das Lied geht weiter: „Gib mir einfach nur ein bisschen Halt, und wieg´ mich einfach nur in Sicherheit.“ 

Das wäre schön … Halt, einfach mal wieder einen sicheren und geregelten Tagesablauf.

Sicherheit, dass ich meine Eltern, Großeltern, manch einer seine Kinder, endlich mal wiedersehen kann. Normalerweise geben mir meine Freunde doch Sicherheit, meine Arbeit, meine Hobbys. Und jetzt? „Gib mir was, irgendwas, das bleibt.“ Was bleibt denn gerade noch?

Vor drei Tagen (bei dir vor drei Wochen) war Ostern. Die Jünger hätten das Lied von Silbermond damals bestimmt genauso gefühlt, wie ich heute. Bei ihnen war nach Karfreitag rein gar nichts mehr sicher. Was gab ihnen denn jetzt noch Halt ? Doch bevor Jesus ans Kreuz gegangen ist, hat er ihnen noch einen Satz gesagt:

 

„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Joh. 16,33)

 

Und Jesus ist auferstanden! Er hat die Welt überwunden. Ich habe das Gefühl, dass diese Botschaft noch nie so laut in die Welt gerufen wurde, wie in diesem Jahr.

Es gibt nichts auf dieser Welt, was Jesus davon abhalten könnte, wiederzukommen, aufzuerstehen und uns nahezusein. Kein Kreuz, kein Tod, kein Virus. Das ist eine Sicherheit, die Gott uns zuspricht. Er ist unsere Sicherheit in dieser Welt. Er ist der, der bleibt. Der war, der ist, und der sein wird. Bei ihm finden wir Halt.

 

Im Moment haben wir Angst, aber seien wir getrost, er hat diese Welt besiegt!

 

Ein Nachtrag zu meiner Andacht

 

PS:  Ich hätte nie gedacht, mir mal zu wünschen, dass eine Andacht, die ich schreibe, nicht mehr aktuell ist und so gar nicht auf die Situation derer passt, die sie hören oder lesen. Aber gerade bete ich dafür, dass du diese Andacht jetzt gelesen hast und dir denkst „Na, ist doch alles halb so wild. Das, was sie schreibt, ist Schnee von gestern.“ Sollte es so sein: Halleluja! Der Herr ist auferstanden! Schön, dass wir uns wieder in den Armen liegen und das Leben feiern können! Und falls es nicht so sein sollte, winke ich dir aus der Ferne zu, freue mich darauf, dich zu drücken, wenn das ganze vorbei ist und bin überzeugt davon, dass Jesus trotzdem auferstanden ist !  Amen.     

 

Eure  Jennifer Hauber

 

 

 

 

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